Warum Hunde sich schütteln, sich schüttelnder nasser Hund
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Warum schütteln sich Hunde eigentlich? Und was können wir von ihnen für unser eigenes Glück und Wohlbefinden lernen? Der Glücksimpuls des Tages.

Hunde haben viele liebenswerte Eigenschaften, die wir Menschen bewundern und manchmal auch beneiden. Eine davon ist ihr bemerkenswertes Talent, Stress und Anspannung abzuschütteln – im wahrsten Sinne des Wortes! Während wir Menschen in Stresssituationen oft verkrampfen und geradezu festfahren, scheint sich der Hund einfach zu schütteln, tief durchzuatmen und weiterzumachen. Was steckt hinter diesem Verhalten, und was können wir davon lernen?

Warum schütteln sich Hunde?

Das Schütteln bei Hunden ist weit mehr als nur eine Methode, um das Fell nach Wasserkontakt schneller trocken zu bekommen oder Staub loszuwerden. Es ist häufig eine natürliche Reaktion auf Stress und Anspannung. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass das Schütteln dabei hilft, das Nervensystem gewissermaßen zu „resetten“. Wenn Hunde eine stressige Situation erleben – sei es ein lauter Knall, ein unangenehmes Treffen mit einem anderen Hund oder der leidige Besuch beim Tierarzt –, folgt oftmals ein kräftiges Schütteln. Dieses Abreagieren hilft ihnen, die Anspannung buchstäblich abzuschütteln und wieder in einen ausgeglichenen Zustand zu kommen.

Sich auf dem Rücken ausruhender süßer Hund, entspannt

Eine Lektion in Entspannung

Hier können wir Menschen eine wertvolle Lektion lernen. Unser Alltag ist oft von Stress und Anspannung geprägt. Anstatt jedoch wie die Hunde eine kurze, aber effektive Methode zur Entspannung zu nutzen, neigen wir in der Regel dazu, uns noch mehr zu verspannen. Denken wir doch lieber an Taylor Swifts Hit „Shake It Off“ (dt. Schüttel es ab!) – sie könnte damit kaum näher an der Lösung des (Anspannungs-)Problems sein. Sich bildlich (oder sogar buchstäblich) zu schütteln, könnte eine befreiende und heilsame Praxis für uns sein.

Shake it off – eine Wohlfühlmetapher

Shake it off: Das ist eine Metapher dafür, loszulassen, was uns belastet. Und schließlich, ganz wichtig, weiterzumachen! Hunde machen das instinktiv und ohne groß darüber nachzudenken. Doch auch wir Menschen können natürlich die kluge Idee hinter dieser Metapher in unser eigenes Leben integrieren, um mehr Wohlbefinden und Zufriedenheit zu erreichen.

Hier sind einige Tipps, wie wir das hündische Shake it off-Prinzip in unseren Alltag einbauen können:

  1. Regelmäßige körperliche Bewegung: Ob ein Spaziergang, Tanzen zu deinem Lieblingssong oder einfaches Strecken und Schütteln – Bewegung hilft, Anspannung abzubauen und den Kopf freizubekommen.
  2. Atemübungen: Tiefes Atmen kann ähnlich wie das Schütteln bei Hunden unser Nervensystem beruhigen. Probiere es aus, indem du einige tiefe Atemzüge machst, wenn du dich gestresst fühlst.
  3. Humor und Leichtigkeit: Lachen ist eine fantastische Methode, um Stress abzubauen. Auch hierbei können uns Hunde indirekt eine große Inspiration sein, indem wir ihre oft spielerische und unbeschwerte Art nachahmen.
  4. Bewusste Entspannung: Gönne dir regelmäßig Momente der Ruhe und Entspannung. Sei es durch Meditation, ein heißes Bad oder das Hören entspannender Musik – finde heraus, was für dich funktioniert.

Stressmanagement à la Hund

Hunde sind Meister der Stressbewältigung, und wir können viel von ihnen lernen (wie auch von den Katzen, wie ich in einem kürzlichen Artikel gezeigt habe). Ihre Fähigkeit, Anspannung gar nicht erst sich ins Körpergedächtnis reinfressen zu lassen, sondern sie nach Möglichkeit sofort abzuschütteln, ist ein natürlicher Mechanismus, der ihnen hilft, gesund und – auf hündische Art und Weise – glücklich zu bleiben.

Also, beim nächsten Mal, wenn das Leben dir mal wieder einen Korb voller Zitronen anreicht, denke an deinen vierbeinigen Freund und shake it off. Es könnte genau das sein, was du brauchst, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen und die Welt mit neuen Augen zu sehen.

Noch mehr tierische Inspiration gefällig? Aber sehr gerne! Hier kommt sie:

Weißer Hund auf grüner Wiese, ganz entspannt und relaxt

Fotos: Pixabay

Quellen und Weiterführendes

Beerda, B., Schilder, M. B., Van Hooff, J. A. R. A. M., de Vries, H. W., & Mol, J. A. (2000). Behavioural and hormonal indicators of enduring environmental stress in dogs. Animal welfare, 9(1), 49-62.

Pastore, C., Pirrone, F., Balzarotti, F., Faustini, M., Pierantoni, L., & Albertini, M. (2011). Evaluation of physiological and behavioral stress-dependent parameters in agility dogs. Journal of Veterinary Behavior, 6(3), 188-194.

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  • André Martens

    André Martens ist studierter Philosoph und Psychologe mit mehrjähriger Erfahrung im Bereich der klinischen Psychologie. Er ist der Gründer des Blogs gluecksquellen.de. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich privat und professionell mit dem Thema Glück.

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