Meraki bei einem Rockkonzert (Sänger auf Bühne)

Meraki (griechisch: μεράκι) meint, mit ganzem Herzen bei einer Sache sein, Herzblut in das zu stecken, was man tut und einem wichtig ist. Der Glückimpuls des Tages.

Meraki: Mit Leib und Seele bei der Sache

Wie häufig kommt es vor, dass wir „nicht ganz bei der Sache“ sind? Dinge halbherzig tun? Etwas mehr aus Notwendigkeit oder einem Pflichtgefühl heraus tun als aus Überzeugung und unserem Herzen?

Aus dem Griechischen stammt ein Heilmittel für eine solche schlauchende Halbherzigkeit: der Begriff Meraki. Gemeint ist mit diesem Substantiv das exakte Gegenteil von Halbherzigkeit, kühler Nutzenorientierung und gefühlsloser Vernünftigkeit. Meraki steht mit dem Herzen, Liebe, Hingabe, Leidenschaft und Passion in Verbindung, nicht mit dem Verstand, Performance und Leidenschaftslosigkeit.

Gemeint ist mit Meraki, etwas von uns selbst in unsere Taten einzuflechten und Dinge aus dem Herzen heraus zu tun, Herzblut in unser Tun einfließen zu lassen. Man könnte auch sagen: etwas mit Leib und Seele, also beseelt tun. Das Gefühl der Freude ist da natürlich nicht weit!

Meraki ist nicht auf den privaten bzw. Freizeitbereich beschränkt, sondern kann auch im Arbeitskontext – wenn man so will – „praktiziert“ werden, etwa wenn wir unsere Arbeitsaufgaben mit Herzblut und einer ganz persönlichen Note erledigen. Auch im Kleinen ist Meraki möglich, z. B. wenn wir mit ganzem Herzen eine aufwendige Speise zubereiten. Oder beim Tanzen, Singen, Musizieren, Staubsaugen, Gärtnern und vielen weiteren Tätigkeiten.

Meraki und Flow

Ein verwandtes, jedoch nicht bedeutungsgleiches Phänomen ist das so genannte Flow-Erleben. Wer sich im Flow befindet, geht voll und ganz in seinem Tun auf, fühlt sich weder unter- noch überfordert. Das eigene Tun gleicht sprichwörtlich einem „Fließen“, das meist mit einem guten Gefühl einhergeht. Überdies hat Meraki eine gewisse Verwandtschaft zur Achtsamkeit, da es eine starke „Gegenwärtigkeit“ im Hier und Jetzt impliziert.

Zusamengefasst ist die Bedeutung von Meraki also:

  • Etwas mit ganzem Herzen tun
  • Mit Leib und Seele bei einer Sache sein
  • Hingabe und Leidenschaft zeigen bzw. unser Tun damit durchdringen
  • Etwas von sich selbst ins eigene Tun „legen“ (sprich: etwas von uns selbst „zurücklassen“ in dem, was wir tun)
  • Unsere Persönlichkeit in unser Tun einflechten

Was lässt sich nun von den Griechen lernen? Immer mal wieder ein offenes Ohr für unser Herz zu haben und dieses in unsere Taten mit einfließen zu lassen (Mut zum eigenen Ich!). Unsere Taten gewissermaßen zu beseelen, anstatt einfach nur wie ein gewissenhafter, gut funktionierender Roboter durchs Leben zu laufen.

Wie sieht es bei euch aus? Fällt es euch leicht, „mit ganzem Herzen bei einer Sache“ zu sein? Schreibt eure Erfahrungen gerne unten in die Kommentare.

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Fotos: Pixabay

Von André Martens

André Martens ist studierter Philosoph und Psychologe mit mehrjähriger Erfahrung im Bereich der klinischen Psychologie. Er ist der Gründer des Blogs gluecksquellen.de. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich privat und professionell mit dem Thema Glück.

Ein Gedanke zu “Meraki – mit ganzem Herzen (Glücksimpuls Nr. 14)”
  1. Meraki, ich hatte das Glück, ein lebenslang eine Arbeit machen zu dürfen, wo ich mit Herz und Seele dabei war. die bildende Kunst den Menschen in Ausstellungen zu präsentieren. Ja, ich war mit Herz und Seele dabei. Es war ein schöner, toller Job.

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