Beispiel einer Gewohnheit, die glückszuträglich sein kann: Kaffeepause

Warum Gewohnheiten unverzichtbar sind und es so etwas wie ein „Glück der Gewohnheit“ gibt.

Glück der Gewohnheit: Entlastung und Orientierung

Heute möchte ich eine Lanze für die gute alte Gewohnheit brechen, der ja manchmal der Ruf der Langeweile anhaftet.

Ich denke allerdings, dass Gewohnheiten eng mit dem Glück verknüpft sind. Ebenso wie die etwas spezielleren Rituale, Bräuche und Sitten, von denen in einem späteren Artikel noch die Rede sein wird.

Warum ist das so?

Gewohnheiten geben Orientierung und Sicherheit. Sie geben uns Halt. Wir können uns in sie „fallenlassen“, ohne ständig alles von Grund auf neu durchdenken und abwägen zu müssen.

Wer eine Gewohnheit entwickelt hat, was durchaus mühsam und langwierig sein kann, muss sich nicht jedes Mal aufs Neue entscheiden. Gewohnheiten sind ein bereits häufig begangener Pfad.

Gewohnheiten entlasten uns.

Natürlich sind in diesem Artikel ausschließlich gutartige bzw. neutrale Gewohnheiten, und keine bösartigen, gemeint.

Die Wortherkunft, Etymologie, von Gewohnheit und gewohnt ist interessant. In diesen Wörtern klingen u. a. wohnen und verweilen mit an. Gewohnheiten verankern uns, geben uns Konstanz. Wir können gewissermaßen in ihnen „wohnen“, statt ständig zu reisen und unterwegs zu sein.

Und dann gibt es da ja auch noch die Schwester der Gewohnheit: die Gewöhnung. Wer sich an etwas gewöhnt hat, der hat sich offenbar erfolgreich an etwas angepasst. Fachsprachlich: habituiert. Wie schwer wäre das Leben doch, wenn es nicht die Gewöhnung gäbe! An neue Wohnorte, Menschen, Umstände u. v. m.

Ich glaube also, Menschen brauchen Gewohnheiten bzw. Routinen, um glücklich sein zu können.

Vorgeschriebene Wegstrecken

Auch die französischstämmige Routine hat übrigens eine interessante Etymologie, die sich auf den ersten Blick deutlich von derjenigen des deutschen Worts Gewohnheit zu unterscheiden scheint. Darin enthalten ist die route, also ein Weg oder eine Straße. Aber auch ein geplanter Reiseweg bzw. eine vorgeschriebene Wegstrecke, womit wir schon wieder viel näher bei der Gewohnheit mit ihren Wohnanklängen sind.

Gewohnheiten brauchen absolut nicht spektakulär sein. Eine Gewohnheit kann sein, stets gegen sechs Uhr zu Abend zu essen oder am Nachmittag eine Tasse Kaffee zu trinken. Oder regelmäßig Sport zu treiben, früh aufzustehen, in der Mittagspause Stretchingübungen zu machen, und und und. Den entlastenden Charakter der Gewohnheit haben sicherlich all diese Verhaltensweisen.

Die Gewohnheit ist ein Seil; wir weben jeden Tag einen Faden ein, und schließlich können wir es nicht mehr zerreißen.

Horace Mann (1796-1859)

Was fällt euch zum Zusammenhang von Gewohnheiten und dem Glück ein? Und habt ihr vielleicht sogar spezielle Glücksgewohnheiten bzw. Gewohnheiten, die euch glücklich machen?

Hier ein paar weitere Inspirationen für mehr Glück:

Foto: Pixabay

Von André Martens

André Martens ist studierter Philosoph und Psychologe mit mehrjähriger Erfahrung im Bereich der klinischen Psychologie. Er ist der Gründer des Blogs gluecksquellen.de. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich privat und professionell mit dem Thema Glück.

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